Am 20.Juni 1991 stimmte der Deutsche Bundestag mehrheitlich dafür, Berlin zum deutschen Regierungssitz zu machen. Mit dem Beschluss von 1994, nicht mehrheitlich neu zu bauen, sondern Altbauten zu nutzen, erfolgte auch die Weichenstellung zum Einzug in berühmt-berüchtigte Nazi-Bauten wie z.B. in das frühere NS-Propagandaministerium. Allein die Umnutzung dieser Nazi-Bauten – darunter das Innenministerium, das Ministerien für Luftfahrt sowie die Reichsbank – kostete mehrere Milliarden Mark. Etwas anders wurde die "belastete Vergangenheit" beim Reichstag entsorgt. Vor dessen Umbau ließ man das Symbol deutscher Reichsgröße vom 23.Juni bis 6.Juli 1995, von dem Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude mit Tüchern verhüllen. Was danach wieder enthüllt wurde, sollte ein nicht neues, aber ein symbolisch gereinigtes demokratisches Symbol der deutschen Nation sein: "Die Umhüllung des Gebäudes gibt dem Bau eine neue, überraschende ästhetische Gestalt. Er eröffnet uns die Chance, diesen Bau in seiner Eigenart anders wahrzunehmen." "Christos Umhüllung des Reichstagsgebäudes markiert einen Neubeginn, einen neuen Abschnitt in der Geschichte dieses Gebäudes", "ein Zeichen für ein selbstbewußtes, gelassenes, tolerantes Parlament, .... mutig in einer Zeit verbreiteter Verzagtheit" ( Debatte am 25. Februar 1994 im Bundesreichstag)
. |